Architektur

Wir haben es als Arbeitsbegriff „Brett“ genannt. Das Brett faßt räumlich den Pausenhof, so daß eine Art Platz oder fast Campus entstanden ist. Gleichzeitig läßt es noch genug Raum östlich zu den Tennisplätzen hin für weitere Entwicklungen. Auf Grund der vorhandenen Topographie stellten wir es auf Stützen. Von der Kemnater Straße aus betrachtet schwebt es. Vom Eingang aus orientiert es sich zu dem bestehenden Pausenhof und lässt dem Hauptgebäude gebührlich Abstand. Von innen ist der Blick von den Klassen aus eher „erhaben“ über die Landschaf.

Landschaft

Das Brett wurde jedoch gestalterisch bearbeitet, mit Einschnitten, Schlitzen und Löchern versehen.
Die Oberflächen sind innen und außen aus großformatigen Dreischicht-Platten hergestellt. Außen dienen Douglasie-Platten für den nötigen Witterungsschutz, innen Fichteplatten,. Innen wurden sie mit einer farblosen Lasur behandelt und sind robust genug für den Schulbetrieb. Außen jedoch wurden sie naturbelassen, Platten die ohne Pflegeaufwand eine graue Patina bekommen dürfen.

Klima

Die Wärmeschutzverordnung wurde um 30% unterschritten. Eine intelligente Steuerung für die Nachtauskühlung und Sonnenschutz sorgt zusammen mit passiven Speicherflächen im Fußboden für ein behagliches Sommerklima. Es wurden keine zusätzlichen Farben verwendet. Das Zeigen des unverfälschten Materials ist Konzept. Holz sieht aus wie Holz, Beton wie Beton. Die Kinder sollen mit ihren Ideen, farbigen Bildern und Kleidergarderobe die Schule in Besitz nehmen.

Konstruktion

Die Erweiterung der Grundschule Riedenberg wurde als Holzrahmenkonstruktion mit einem hohem Vorfertigungsgrad geplant. Dadurch gelang es , die Montage der Konstruktion innerhalb nur einer Woche zu realisieren. Die gesamte Bauzeit einschließlich Werkstattplanung benötigte nur 4 Monate.
Die Konstruktion gliedert sich in 4 Teile:
Gründung auf Stahlbetoneinzelfundamenten mit Zerrbalken.
UG Decke aus Hohlkastenelementen mit beidseitiger OSB Beplankung die durch Nagelpressleimung mit den Brettschichtholz Stegträgern verbunden wurden.
Durch die Nagelpressleimung wird eine wesentliche Verbesserung der Steifigkeit erreicht so dass mit eine Bauhöhe von ca. 50cm die Spannweite von 8.90cm erreicht wurde.
Die Elemente wurden in einer Breite von 180cm komplett mit Dämmung und Installationsbohrungen vorgefertigt.
Die tragenden Wände der Buchstabenachsen, zwischen den Unterrichtsräumen, wurden als Sprengwerk mit beidseitiger OSB-Beplankung ausgeführt. Im Bereich des Flures und der Nebenräume wurden die Hohlkastenelemente auf Stahlträgern aufgelegt.
Die Stahlträger und die tragende Wandscheiben werden aus brandschutztechnischen Gründen auf Stahlverbundstützen aufgelegt.
Dachdecke
Die 1.80m breiten Deckenelemente wurden als Pi-Elemente mit BS Stegen und einer oberen mit Nagelpressleimung verbundener OSB-Beplankung ausgeführt.
Die Aussteifung des Gebäudes erfolgte über Decken- und Wandscheiben die ihre Horizontallasten über Verbände in den Untergrund einleiten.

Helber und Ruff Tragwerksplanung

Projektteam

Kalliopi Gkeka, Stefan Kamm

Bauherrin

Landeshauptstadt Stuttgart

Leistungsphasen

1-9

Direktauftrag

Auszeichnungen

Anerkennung Holzbaupreis Baden-Württemberg 2003
1.Preis holzfreundliche Stadt Stuttgart 2008

Veröffentlichungen

Baumeister B2 2005 „holzhaltig“ Seite 60-63
Holzbau-Fachmese Friedrichshafen 2004

Fotos

© Christian Richters Berlin

Fotogalerie